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Geschichte und Geschichten aus den Ortsteilen Kramersfeld-Bruckertshof-Hirschknock

Die 50jährige Geschichte des Bürgervereins ist sehr eng verbunden mit der Entwicklung der  heutigen Stadtteile Kramersfeld, Bruckertshof und Hirschknock, man könnte sagen, sie war der Auslöser für die Gründung des Vereins, denn die Entwicklung dieser Stadtteile verlief nicht so, wie es für die meisten Siedlungen üblich  ist.

Doch bevor auf die 50jährige Geschichte eingegangen werden soll, ist  es wohl angebracht, kurz einen Blick in die Vorzeit und Frühgeschichte dieses Siedlungsgebietes zu werfen.

Es ist bekannt, dass viele vorgeschichtliche Siedlungen zugrunde gingen, aber wieder aufgesucht und bewohnt wurden. So fand sich am Ostrand des Ortsteiles Hirschknock, in Richtung Lichteneiche ein aus der Bronzezeit stammendes Gräberfeld (ca. 1.500 - 1.200 v.Chr.). 1967 entdeckte der  Schüler Alfred Schlögel beim Spielen am Rande des Fluplatzgeländes einige Grabbeigaben. Bei den daraufhin durchgeführten Ausgrabungen konnten 5 Gräbern  Beigaben entnommen werden. Man hatte den Toten neben Waffen, Schmuckstücken und  Geräten auch Gefäße mit ins Grab gegeben, ein Beweis dafür, dass unsere  damaligen Vorfahren schon an ein Leben nach dem Tode glaubten. (Die Fundstücke sind im Historischen Museum der Stadt Bamberg ausgestellt.) Diese Funde sind auch die einzigen aus der Vorzeit, die auf eine Ursiedlung im Bereich der drei  Stadtteile hinweisen.



Machen wir nun einen Zeitsprung in das Frühmittelalter. In  dieser Zeit (ab ca. 530) besiedelten die vom Niederrhein stammenden Franken das Gebiet an Main und Regnitz. Schließlich erhielt unser Gebiet in  merowingisch-karolinischer Zeit im 7./8. Jahrhundert sein erstes staatliches  Gepräge. Halezestat (Halagestat) in Ratensgoue, das heutige Hallstadt entstand,  zu dem die Stadtteile Kramersfeld und Bruckertshof bis zum Jahr 1970  gehörten.

Das nächste, das aus dem Mittelalter belegt ist und auf das heute einige Straßennamen in den 3 Ortsteilen hinweisen, sind die Flurnamen. Das Äbtissenfeld, der Acker, der am 29. Juli 1482 an die Äbtissin des Klosters St.  Theodor in Bamberg verkauft wurde. Äbtissensee, der See neben dem Äbtissenfeld, der ebenfalls im Besitz des Nonnenklosters St. Theodor (dem späteren Karmelitenkloster) war. Er gehörte einst zu den Seen von Seehof. Eine Straße in der heutigen Siedlung ist nach dem See benannt: Am Äbtissensee. Hirschknock,  Knock, bedeutet eine bewaldete Erhebung in der ebenen Landschaft, in der sich die Verwalter von Seehof Hirsche hielten. Eine Straße in der heutigen Siedlung ist danach benannt: Am Hirschknock.
Aus der Flurnamensammlung der Gemeinde Hallstadt ist auch der Bischofsee zu entnehmen. Einst fürstbischöflicher See und  zu Seehof gehörend, später Breitenau genannt. Er war der größte der Seen von  Seehof und grenzte an die Hallstadter und Gundelsheimer Flur. Aufmerksame  Beobachter können noch Dammreste dieses ehemaligen Sees erkennen, etwa die  Strecke zwischen Flughalle und dem ehemaligen Pistolenschießstand (zuletzt als Schafstall genutzt). Noch in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts bestand der Damm bis zur Memmelsdorfer Straße. Er fiel dem Bau des Berliner Rings zum  Opfer.
Interessantes gibt es aus dem Markgrafenkrieg (1552/54) über die  Breitenau zu berichten. Der gewalttätige Markgraf Albrecht Alcibiades  (Brandenburg-Bayreuth) verschonte auf seinen Raubzügen auch das Fürstbistum Bamberg nicht. 1553 erreichte die Heimsuchung ihren Höhepunkt. Seitens der  Markgräfler hegte man den Verdacht, in der Breitenau, dem fischreichen See des Fürstbischofs, seien allerhand wertvolle Gegenstände versenkt worden, um sie dem Zugriff zu entziehen.
Am 5. Mai 1553 erreichten Mitglieder des Bamberger Rates dass das Abgraben des Sees unterblieb. Sie befürchteten einen Schaden, der  in zehn Jahren nicht wieder gut gemacht werden könne, und beteuerten, im See sei  nichts zu finden, was die Mühe des Abgrabens lohne.
1889 erwarb die Stadt  Bamberg zur Anlage eines neuen Exerzierplatzes die Breitenau vom Besitzer Freiherrn von Zandt auf Seehof 128 Tagwerk um 144.000 Mark; die Gemeinde Memmelsdorf trat zum gleichen Zweck den unteren Hutanger zu 28 Tagwerk 49 Dezimal um 17.094 Mark ab (Schrott, Memmelsdorfer Ortsgeschichte).
In die neuere Zeit führt uns schon der Name Bruckertshof, aus einem  Fluraufseherhäuschen entstanden. Der Name stammt von einem Johann Brockhard von  Bamberg, der 1732 den Hof erwarb. Dieser Hof ist das erste noch erhaltene Gebäude im Bereich der heutigen Siedlung. Ursprünglich nach seiner Fertigstellung (ca. 1720) wurde er als "Pinzighof" bezeichnet, wohl durch die Lage in einer Seenlandschaft (Äbtissensee, Bischofsee, Melbersee). Der Hof  gelangte dann in den Besitz von Johann Borckhard und hieß von nun an "Borckhardshof". Wann und aus welchem Anlass der Borckhardshof über Brockertshof  zu Bruckertshof eine Veränderung erfuhr, ist leider nicht mehr zu  belegen.



Interessiert nun noch die Herkunft der Namensbezeichnung Kramersfeld. Heute bezeichnet man rundweg die Einwohner der Siedlung als  "Kramersfelder". Die Flurnamensammlung der Gemeinde Hallstadt berichtet darüber: Kramersfeld, hier baute sich 1840 der Tagelöhner Camm ein Haus, zu dem dann das Haus des Ökonomieverwalters Kramer von Seehof und das Haus von Dr. Schropp,  Bamberg, kam.. 1844 stellte Kramer an das Landgericht Bamberg den Antrag, die Siedlung Kramershof zu benennen. Der Antrag wurde zunächst abgelehnt. Sie  erhielt aber trotzdem am 21.09.1844 später den Namen Kramersfeld.
Bis zum  Ende des 2. Weltkrieges erhöhte sich die Zahl der Anwesen nur unwesentlich auf  fünf. So kann man im Lexikon der Ortschaften des Königreiches Bayern, Ausgabe  1875, lesen:
Bruckertshof, Einöde unfern der Breitenau, mit 7 Einwohnern, 5  Gebäuden, 10 Rindvieh, zur Pfarrei und Schule Hallstadt gehörig, Postort Bamberg. Dazu wird Kramersfeld genannt, mit 25 Einwohnern, 9 Gebäuden und 10 Rindvieh als Weiler eingestuft.
Nach diesem geschichtlichen Rückblick sind  wir nun in der Zeit angekommen, die unmittelbar zur Gründung des Bürgervereins gefährt hat, die Zeit nach dem 2. Weltkrieg.



Kramersfeld am Anfang der 50er Jahre

Die Wohnungsnot der Nachkriegsjahre war der Grund, dass sich einheimische Bürger und vor allem Heimatvertriebene in Kramersfeld nach billigem Bauland umschauten, um ein Ein- oder Zweifamilien-haus zu errichten. Nach den  Baugenehmigungen durch das Landratsrat hoben sie mit der Schaufel den sandigen Baugrund aus, setzten Stein auf Stein, richteten ihre Dachstühle auf, viel  Schweiß und Arbeit waren nötig. Echte Pionierarbeit wurde geleistet, die  Eigenmittel waren knapp. Man wollte eben sein eigenes Dach über dem Kopf haben, und, was noch sehr wichtig war, aus dem eigenen Garten sich mit Gemüse und Obst selbst versorgen. Eigene Brunnen für die Hauswasserversorgung wurden gegraben, für die Abwässer wurde eine Sickergrube zur Vorschrift gemacht.

So begann  es anfangs der fünfziger Jahre dort draußen in Kramersfeld allenthalben zu grünen und zu blühen, wo noch vor wenigen Jahren die Steppenlandschaft des "Börstig" vorherrschte. Doch waren die Anfänge der Siedlung nur auf einem  holprigen Feldweg entlang der Breitenau von Bamberg her zu erreichen. Aber der Drang nach einem Eigenheim wurde immer größer, man wollte lieber draußen in der  freien Natur wohnen, als im Häusermeer der Stadt. Es entstand zwischen den Jahren 1950 und 1960 die Streusiedlung Kramersfeld, d.h. ohne rechtskräftigen Bebauungsplan, aber mit vom Landratsamt Bamberg genehmigten Bauplänen.
Die  Probleme der Trinkwasserversorgung, der Abwasserbeseitigung, der  Verkehrserschließung, der Ortsbeleuchtung, des Schulbesuchs in Bamberger  Volksschulen wurde immer größer.


1955: Der erste "Laden" in Kramersfeld



Auch die Lage der damaligen Streusiedlung Kramersfeld an der Gemarkungsgrenze von 4 Gemeinden (Hallstadt, Gundelsheim, Memmelsdorf und Bamberg) war einer Lösung der Probleme nicht gerade dienlich. Man benötigte ein gemeinsames Sprachorgan, um sich Gehör zu verschaffen. Die Lösung wurde in der Gründung eines Bürgervereins gesehen.

So fanden sich am 21. Januar 1956  sich beherzte Frauen und Männer zusammen, um in der Gastwirtschaft Burgis Bruckertshof einen Bürgerverein zu gründen. An die Stadt Hallstadt wurde  folgendes Schreiben gerichtet:

Betreff: Anmeldung des Bürgervereins  Bruckertshof-Kramersfeld

Wir zeigen hiermit an, dass am 21. Januar 1956 der Bürgerverein Bruckertshof/Kramersfeld gegründet wurde.
Bei der hierbei  vorgenommenen geheimen Abstimmung wurden nachstehende Personen in die  Vorstandschaft gewählt:

1. Vorstand: Josef Weis, geb.  7.7.21
Stellvertreter: Josef Burgis, geb. 11.11.02
Kassier: Ludwig Heil,  geb. 17.6.22
Schriftführer: Johann Lautenbacher, geb. 21.4.27

Der  Vorstandschaft gehören weiter als Ausschussmitglieder an:
Scherer Ernst, geb.  19.1.24
Schäfer Herbert, geb. 19.8.24
Teuber Hans, geb. 17.4.18
Dietz  Josef, geb. 18.5.06 +
Dwuzet Ernst, geb. 19.6.18

Hallstadt, den 11. Februar 1956

Hochachtungsvoll: gez. Josef Weis, 1. Vorstand.

Seit seiner Geburtsstunde entwickelte der Verein in den folgenden Jahren erstaunliche Aktivitäten, denn mit stetig steigender Bautätigkeit wurden die Probleme der Daseinsvorsorge immer größer.
Da war zum einen der Verbindungsweg zur  Memmelsdorfer Straße: dieser war nur ein holpriger Feldweg und führte zudem über  Gelände, das von der US-Standortverwaltung beansprucht wurde. Niemand wollte für seinen Unterhalt aufkommen, weshalb der Weg auch einmal gesperrt, nach heftigen Protesten aber wieder geöffnet wurde.



Quittung über "Verpflegung" der BV- Mitglieder, die sich an Ausbesserungsarbeiten der Straße beteiligen

Weiterhin waren  Probleme mit der Trinkwasserversorgung aus den Hausbrunnen bis zum Anschluss an die Gundelsheimer Wasserversorgung im Jahre 1962 an der Tagesordnung.
Alle Jahre während des Winters wurden die Keller der Wohnhäuser durch ansteigendes Grundwasser geflutet. Abhilfe brachte erst ein 1966 im Auftrag der Stadt Hallstadt erstellte Oberflächenentwässerung.
Auch die Zahlung von Schulgeld des Landkreises an die Stadt Bamberg ist nicht erst ein Streitpunkt dieser Tage. Da die Kramersfelder Kinder seit Errichtung der Kunigundenschule in der  Gartenstadt zur Schule gingen, gab es immer wieder Versuche, die Kinder in  Hallstadt einzuschulen.
All diese Probleme konnten nur sehr langsam und in zähen Verhandlungen mit einer Vielzahl von Behörden gemildert werden. Hier seien  nur die Behörden, Dienststellen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgeführt, an die sich der Bürgerverein laufend mit Anträgen, Eingaben und  persönlichen Vorsprachen wandte:
Stadt Hallstadt, Gemeinde Gundelsheim, Landratsamt Bamberg, Stadt Bamberg, Wasserwirtschaftsamt Bamberg, Staatliches  Gesundheitsamt Bamberg, Staatliche Schulämter Bamberg-Land und Stadt, US- Army,  Bayernwerk AG, Überlandwerk Oberfranken, Deutsche Bundesbahn, Regierung von  Oberfranken.
Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr des Bayerischen Landtags,  Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft.
Persönlich angesprochen und zu  Rate gezogen wurden:
Dr. Hans Ehardt, als Präsident des Bayerischen  Landtages,
Dr. Alfons Goppel, als Bayerischer Innenminister,
die  Mitglieder des Bayerischen Landtages: Neundorfer, Muth, Grosch, Stenglein, Dr.  Kriegisch, Dr. Keller, Luft.
Die Mitglieder des Deutschen Bundestages: Emil Kemmer, Dr. Thomas Dehler, Metter.
Ferner:
Oberbürgermeister Dr. Theodor Mathieu, Landrat Otto Neukum, Bürgermeister Schüller, Hallstadt, Bürgermeister Wolf, Gundelsheim.

Hinter dieser nüchternen Aufzählung verbirgt sich ein  gerütteltes Maß an Arbeit, Verzicht auf Freizeit, an Idealismus der Vereinsvorstandschaften und Ausschussmitglieder. Viele brachten große persönliche Opfer, vor allem diejenigen, die nicht mehr unter den Lebenden  weilen - in memoriam!

Es mussten doch Jahre vergehen, bis sich die ersten  Erfolge der Bemühungen um eine geordnete Daseinsvorsorge einstellten. Wenn heute Trinkwasser in den Haushalten fließt, ein ausreichendes Kanalnetz vorhanden ist, eine gut ausgebaute Verbindungsstraße vom Berliner Ring über Kramersfeld-Hirschknock nach Gundelsheim führt, die Seitenstraßen größtenteils  ausgebaut sind, die Ortsbeleuchtung 



vorhanden ist, der Stadtbus von Bamberg über  Kramersfeld fährt, die Schulkinder mit Bussen befördert werden können und ein Neubaugebiet erschlossen ist, dann muss den Frauen und Männern des Bürgervereins  gedankt werden, die sich ihre Zielvorstellungen regelrecht erkämpfen mussten. Ohne die Aktivitäten des Vereins wären die drei Stadtteile sicher noch länger auf dem Stand der fünfziger Jahre stehen geblieben.



Straße ca. 40 Jahre später





Eine kurze Chronik der letzten 50 Jahre:

21.01.1956:  Gründung des Bürgervereins

1956
* Bewohner von Kramersfeld errichten in freiwilligen Arbeitsstunden
* die Unterstellhalle der Haltestelle  Bruckertshof der Deutschen Bundesbahn, Nebenstrecke Bamberg-  Scheßlitz

1958
* Der Bürgerverein nimmt erstmals Kontakt mit der Stadt Bamberg wegen Umgemeindung auf

1959
* Der Bürgerverein wird eingetragener Verein

1960
* Die Pläne für die Verbindungsstraße B 22  -
Bayernwerk werden erstellt

1962
* Anschluss an die neue  Trinkwasserversorgung Gundelsheim

1964
* Der Bürgerverein wiederholt seine früheren Anträge
auf Eingemeindung der Ortsteile nach Bamberg;
* die  ersten Pläne für die Abwasserbeseitigung reifen heran;
*  (Bürgervereinsmitglied Ing. E. Luhde fertigt
kostenlos die Pläne für den  Abwasserkanal der drei Ortsteile).



1965
* Der Bau der  Verbindungsstraße B 22 - Kramersfeld- Hirschknock- Gundelsheim beginnt.

1966
* Die Finanzierung der Oberflächenentwässerung ist gesichert.

1967
* Die Hausanschlüsse für den Abwasserkanal werden  erstellt.

1969
* Die Städte Bamberg und Hallstadt treten wegen der Gebietsbereinigung und weiteren Erschließung der drei Ortsteile in Verhandlungen ein.

1970
* Am 1. Januar werden die Ortsteile Kramersfeld und  Bruckertshof nach Bamberg eingemeindet.

1971
* Die Stadt Bamberg lässt einen zweiten Abwasserkanal verlegen, die Ortsteile sind voll kanalisiert.
*  Vorstandsmitglied des Bürgervereins Georg Kliem klagt auf Beseitigung der  berühmt- berüchtigten Schweinemastanstalt auf Hallstadter Gebiet wegen der unerträglichen Geruchsbelästigungen. Er wird dabei von der Stadt Bamberg in dem  Zivilprozess unterstützt. In den verschiedenen Verwaltungsgerichtsverfahren konnte die Stadt Hallstadt in früheren Prozessen die Beseitigung der Mastanstalt nicht erreichen.
1972
* Der Stadtbusverkehr Bamberg- Kramersfeld-  Gundelsheim wird aufgenommen (Linie 14);



Fahrschein der Stadtwerke aus  dieser Zeit

* der Ortsteil Hirschknock (bisher Gundelsheim) wird nach  Bamberg eingemeindet.

1973
* Wegen des unerwünschten Etablissements im Haus Bruckertshofer Straße 1 kommt es fast zu einem Volksaufstand Kramersfelder  Bürger.



Bericht des FT vom 12.03.73

1977/78

* Der  Bürgerverein stellt erneut Antrag auf Erstellung eines Bebauungsplanes durch die  Stadt Bamberg
1979
* Vorstandsmitglied Georg Kliem gewinnt den  Zivilprozess gegen die Schweinemastanstalt. Nach jahrelanger Prozessdauer muss  durch Urteil des Oberlandesgerichtes Bamberg die Schweinemästerei geräumt werden. Damit ist einem großen Übelstand in der Nähe der Ortsteile Abhilfe  geschaffen worden. Der Stadt Bamberg ist durch ihre Rechtsbeihilfe besonders zu danken.

1979/80
* Die Schulbusverbindungen werden  verbessert.

1980/81
* Die Verbindungsstraße Berliner Ring - Kramersfeld wird ab TÜV-Stelle verbreitert und mit einem Radfahrweg versehen;
* der Bürgerverein stellt einen umfassenden Antrag an die Stadt Bamberg auf Erstellung eines Bebauungsplanes für die drei Stadtteile;
* der  Bausenat der Stadt Bamberg beschließt einstimmig auf der Basis des rechtswirksamen Flächennutzungs-planes Bebauungspläne für die Ortsteile erstellen zu lassen. Als Grundlage für diese Bebauungspläne wird vom Planungsamt ein übergeordneter Rahmenplan erarbeitet, aus dem u.a. Aussagen zu einer  verbesserten Verkehrserschließung, Einwohnerzahlen, bauliche Struktur sowie Grünordnung hervorgehen. Für die Wohngebiete soll eine Bevölkerungszahl angestrebt werden, die es ermöglicht, infrastrukturelle Einrichtungen zu  erstellen.


1981
* Der Bürgerverein feiert sein 25jähriges  Gründungsfest






Heutiges Baugebiet "K4" vor Beginn der Bautätigkeiten

1982

* Die kirchliche "Eingemeindung" der 3 Ortsteile nach St. Kunigund wird vollzogen und mit einem Festgottesdienst vor der Gaststätte Wilhelmsruh gefeiert.

1984
* Neue Bebauungspläne werden  durch das Planungsamt der Stadt Bamberg erstellt.

1985/86
* Die  Erschließung des neuen Bauquartiers K4 wird begonnen; die ersten Häuser werden gebaut;


1985: Die ersten Häuser im "K4" werden gebaut

* der  Bahnverkehr nach Scheßlitz wird eingestellt;
* die Stromversorgung wird von den Stadtwerken übernommen.

1987
* Die ersten Gasrohre werden in  Kramersfeld verlegt;
* die Ortsumgehung von Hirschknock wird fertig gestellt  und von OB Paul Röhner am 23.12.87 für den Verkehr freigegeben;
* das  Gewerbegebiet Kramersfeld wird erschlossen.

1988
* Die  Bahnnebenstrecke Bamberg-Scheßlitz wird stillgelegt und bis auf ein  Rangiergleis, das an der Ernst-Zinner-Straße endet, auch abgebaut;


Eine der letzten "Nostalgiefahrten" nach Scheßlitz

* der Bauantrag eines Bauträgers, der eine Bebauung des für die Nahversorgung vorgesehenen Grundstücks ohne Läden  vorsieht, wird vom Bamberger Stadtrat abgelehnt.

1990
* Ein  Bürgerprotest formiert sich gegen eine in Kramersfeld geplante Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber;
* die Stadtwerke schließen mit dem  ALT- Taxi Kramersfeld an die Nachtlinie an.

1991
* 10 Jahre nach der  Stiftung einer Eiche von der Stadt Hallstadt zum 25jährigen Jubiläum des  Bürgervereins errichtet dieser eine Bank um den Baum.


Errichtung der Baumbank durch  Ausschussmitglieder

1992



ARGE-Versammlung mit OB Paul Röhner

* Der  Bürgerverein Kramersfeld führt den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Bamberger  Bürgervereine, zwei Versammlungen werden organisiert, u. a. mit dem  Verkehrsplaner Prof. Dr. Kirchhoff und Oberbürgermeister Paul  Röhner.

1993
* Im Kramersfelder Gewerbegebiet stürzt ein Hubschrauber  der US- Army ab, glücklicherweise nur mit geringem Sachschaden;
* die  Arbeitsgemeinschaft der Bamberger Bürgervereine organisiert einen Bürgerabend in  der neuen Konzerthalle, auch unser BV ist beteiligt.

1995
* Die  Ortsteile Kramersfeld und Bruckertshof gehören seit 25 Jahren zu Bamberg, der  Bürgerverein feiert dieses Jubiläum gemeinsam mit der Stadt Bamberg mit einem  Festakt;


Festakt zum 25-jährigen Jubiläum der Umgemeindung von  Kramersfeld und Bruckertshof

* nach über 20 Jahren ohne  Einkaufsmöglichkeit eröffnet die Bäckerei Noppenberger eine Filiale in Kramersfeld.

1996
* Der Bürgerverein feiert am 15. und 16. Juni sein  40-jähriges Jubiläum.



1997
* 2. April Jahreshauptversammlung: Bürgerverein ist auf fast 100 Mitglieder angewachsen;
* Wendemöglichkeit wurde am Ortsausgang für  Busse und Lastwagen geschaffen;
* Auf Antrag des Bürgervereins konnte eine  Ausdehnung des Anruflinientaxis auch auf das Wochenende erreicht werden;
*  Änderung der Bebauungspläne K 5 und K 8 aufgrund der Erweiterungsabsichten der  Firmengruppe Günther. Durch die Betriebserweiterung sollen 200 neue  Arbeitsplätze geschaffen werden.
* Erweiterung der Start- und Landebahn durch die Städte Bamberg, Hallstadt und den Landkreis Bamberg. Der Bürgerverein teilt der Stadt Bedenken mit und führt eine Informationsveranstaltung mit zwei Referenten durch.
* Gundelsheim fordert Aufstufung der überregionalen Gemeindeverbindungsstraße (Kemmerstraße). Der Bürgerverein legt Einspruch ein. Daraufhin lehnt die Stadt Bamberg das Vorhaben ab.

1998
* Im November  1998 wird die neue Start- und Landebahn auf dem Flugplatz eingeweiht.
*  Einziger Laden in Kramersfeld, Bäckerei Noppenberger, schließt.

1999
*  Bürgerverein setzt sich für Lärmschutz entlang der A 73 ein. 
* Die Bebauung im Baugebiet K 7 beginnt.
* Baugebiet K 8a wird aufgrund der Erweiterungsabsichten von GHP geändert. Hierzu nimmt der Bürgerverein kritisch Stellung.
* P & R Breitenau wird eröffnet.
* Das beschmierte  Bushäuschen am Hirschknock wird am 15./16.10.1999 von Kramersfelder Kindern  malerisch neu gestaltet. Vorher wurde vom Bürgerverein ein Ideenwettbewerb  ausgelobt und die besten Vorschläge wurden prämiert.



2000
Der unter Mithilfe des Bürgervereins und Kramersfelder Bürgern fertig gestellte Bolzplatz wird eingeweiht



* 1. Stammtisch des Bürgervereins in der Gaststätte  "Wilhelmsruh".
* Vor dem Bruckertshof wird erstmals eine Maiandacht durch Pfarrer Eckert gefeiert.
* Der Bürgerverein übernimmt eine Stuhlpatenschaft im ETA-Hoffmann-Theater.

2001
* Errichtung der Sandecke und  Baummonster unter Anleitung von Bildhauer Thomas Gröhling und seiner Frau Tanja. Skulpturen am Bolzplatz wurden gemeißelt. Der Brunnenbau war leider erfolglos. Zweites Bolzplatzfest am 20. Juli 2001.
* Bushäuschen wurde ein zweites Mal renoviert (Schmierfinken).
* Der Bürgerverein konnte erreichen, dass Schüler der 5. und 6. Klassen den Schulbus in die Kunigundenschule in der Gartenstadt benutzen dürfen. 

2002
* Die Anwohner "Am Melbersee" fordern den Ausbau des geplanten Spielplatzes.

2003
* Spaßfußballturnier anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Kunigundenkirche. Der BV nimmt mit einer Mannschaft am 28.06.2003 auf dem Gelände der TSV Eintracht teil und belegt den dritten Platz.



2004
* Bürgerverein bewirkt eine Notsanierung, um den  Verfall des Bruckertshof zu minimieren.

* Vodafone plant den Bau eines Mobilfunkmastes in Hirschknock; der Bürgerverein erhebt mehrmals Einspruch und  fordert die Ausweisung des Gebietes als Bauland. Der Bauantrag wurde daraufhin  von der Stadt Bamberg abgelehnt. Der Betreiber erhebt jedoch Einspruch bei der Regierung von Oberfranken, welche die Ablehnung der Stadt Bamberg aufhebt.
*  Aufgrund von Geruchsbelästigungen durch die Firma Kaliko im Industriegebiet von  Kramersfeld findet ein Treffen zwischen Bürgerverein und Geschäftsführung der Firma Kaliko statt. Das Treffen endet mit der Zusage, diese Geruchsbelästigungen  zu minimieren.

2005 
* Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen und Bildervorführung am 8. April;
* Aktueller Stand der Mitglieder am 19.09.2005:  128 Mitglieder

21.01.2006
* Der Bürgerverein wird 50 Jahre  alt!






In diesen kurzen nüchternen Daten der vergangenen 50 Jahre  verbirgt sich natürlich eine Menge Schriftverkehr und Vereinsarbeit. Aber diesem  Teil der Aufgaben stand von der Gründung an immer ein gesellschaftlicher,  kultureller Teil des Vereinslebens gegenüber. Der jeweiligen Vereinsführung war es ein Anliegen, die Mitbürger der drei Ortsteile zusammenzubringen. Welche  geselligen Aktivitäten der Verein durchführte, lesen Sie im nächsten  Kapitel.

Der Bürgerverein Kramersfeld- Bruckertshof- Hirschknock e.V.  kann mit Stolz auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken, möge er weiterhin für  eine friedvolle Zukunft zum Wohl der ortsansässigen Bürger in den nächsten  Jahren und Jahrzehnten tätig sein.


Hans Jürgen Bengel, Harald Neudorfer

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